Der Fototag im Kindergarten steht vor der Tür – ein Termin, der oft für mehr Wirbel bei den Eltern sorgt als bei den Kindern selbst. Keine Sorge, tief durchatmen! Als euer Kita-Fotograf habe ich schon hunderte große und kleine Menschen vor der Linse gehabt und kann euch versprechen:
Es wird ein bisschen wild, hier und da auch etwas frech, auf jeden Fall aber wunderbar.
Hier sind ein paar Tipps, wie wir gemeinsam die schönsten Erinnerungen schaffen.

1. Das Outfit: Bequemlichkeit schlägt „Schickimicki“
Das Wichtigste zuerst: Euer Kind soll sich wohlfühlen. Wenn die Hose zwickt oder der Spitzenkragen kratzt, sieht man das auf den Fotos.
Farben: Pastelltöne, Erdfarben oder auch kräftige Unifarben funktionieren super. Vermeidet nach Möglichkeit riesige Comic-Aufdrucke oder neongelbgrünpinke Pailetten-Shirts – diese stehlen dem Gesicht die Show und werfen oft unschöne Farbreflexe auf das Kinn und die Wangen.
Lagen-Look: Ein schicker Cardigan oder eine Weste über dem T-Shirt sieht toll aus und lässt sich schnell an- oder ausziehen, falls es doch zu warm wird.
Zeitlose Klassiker: Strick, Jeans oder Leinen sehen auf Fotos immer hochwertig und zeitlos aus. Weniger ist mehr.

2. Die „Schramme über Nacht“? Kein Problem!
Es ist ein ungeschriebenes Kinder-Gesetz: Pünktlich zum Fototag stolpert man über den Teppich oder spielt im Garten besonders wild. Die dicke Schramme auf der Nasenspitze oder das blaue Knie gehören zum Kindsein dazu – aber sicherlich nicht unbedingt für immer an die Wohnzimmerwand der Großeltern oder ins Familienalbum.
Macht euch keinen Kopf! Solche „Unfälle“ retuschiere ich bei der Bearbeitung selbstverständlich und dezent weg. Die Erinnerung soll schließlich das Lächeln sein, nicht der Sturz vom Vortag.

3. „Mein Kind ist unfotogen“ – Ein Mythos!
Diesen Satz höre ich oft, auch von Erwachsenen über sich selbst, aber ich sage euch: Es gibt keine unfotogenen Menschen. Es gibt nur Menschen, die sich vor einer Kamera unter Druck gesetzt fühlen, egal wie jung oder alt diese sind.
Bitte kein „Cheese“ üben: Bitte bittet euer Kind nicht, das Lächeln zu üben. Das führt meistens zu merkwürdigen „Ich-zieh-die-Mundwinkel-hoch“-Gesichtern. Jeder Mensch kann von Geburt an lächeln, lachen oder einfach freundlich gucken – Kinder haben das oft so viel weniger vergessen, als wir Erwachsene.
Ich arbeite mit viel Geduld und auch ein bisschen Quatsch. Mein Ziel ist kein steifes Porträt, sondern ein echtes Funkeln in den Augen.
Ob das Kind dabei schallend lacht, schüchtern schmunzelt oder einfach nur neugierig schaut – jeder Moment ist wertvoll und authentisch.
Wir machen das Ganze also mit Spaß und ohne Zwang.
Der wichtigste Beitrag, den ihr als Eltern leisten könnt, ist also Gelassenheit. Wenn ihr euer Kind morgens mit einem „Viel Spaß beim Spielen und Bilder machen“ verabschiedet, statt mit einem „Sitz still und mach dein Hemd nicht schmutzig“, ist der Grundstein für tolle Fotos bereits gelegt.
Ich freue mich darauf, die kleinen Abenteurer bald vor meiner Kamera begrüßen zu dürfen!
